Original geschrieben von: Knick Knack
Übersetzt von: Mrs.Sunderland
[br][br]
Verdränger (Teil 1 von 2)
[br][br]
Meine Augen sind offen, und ich sehe sie, meine Augen sind offen und ich sehe Rachel, die liebe Rachel sitzt auf dem Boden, mit einem Dutzend von Wunden in ihren Handgelenken und sie malt mit ihren Fingern Kreise auf den Fussboden. Ein Kreis, zwei Kreise, drei Kreise Kreise Kreise Kreise in rot hübsche Kreise in rot und sie spricht zu den Kreisen in einer unbekannten Sprache, die ich irgendwie auch verstehe verstehe verstehe.
Sagt, welches der Symbole Wiedergeburt ist, was ich selbst bin, in diesem Bett, auf dem Dach, auf dem Bodem, in dem Nebel, in der Luft, in dem Lauf der Pistole, die auf meinen Hals zielt.
Und das Boot schlägt gegen das Dock.
Die Stadt grinste sich selbs zu, irgendwie amüsiert darüber, zu wissen, dass er selbst nicht wusste, was er tat.
Das Bild von dem, was sie einst war, was er hatte, und nicht das, was er sich wünschte. Alles was sie war, war tot und für immer verloren.
Die Arme über der Brust gekreuzt, und die Augen waren geschlossen, ausgelaufen und vertrocknet. Es war fast, als würde sie schlafen.
DU BIST UNSERE EINZIGE HOFFNUNG DU BIST UNSERE EINZIGE HOFFNUNG UNSERE EINZIGE HOFFNUNG DU KANNST-
Ohne ihn würde es nicht klappen.
Es brauchte ihn.
Er kniete, sprach bizarre Worte zu dem verwesenden, schmutzigen Körper.
Er wusste nicht, was er las. Es war eine unbekannte Sprache.
Es war ihm egal.
Es war ihm selbst egal, ob es richtig war, oder ob irgendwas passieren würde.
Es war ihm egal.
James las.
Er las, bis es nichts mehr zu lesen gab, füllte dieses weisse, dickflüssige Zeug in den Kelch und stellte es hinter den faulenden Körper.
Zuvor gab Angela ihm das Messer, mit dem er sich nun die Handflächen öffnete und mit seinem Blut ein Symbol auf den Boden malte.
Flüssige Flammen stiegen empor und tanzten über dem Kelch, und die weisse Flüssigkeit fing Feuer und begann so rot zu brennen, wie sein eigenes Blut. Die Statik begann.
Die Statik begann.
Die Statik begann BEGANN BEGANN.
Es brannte rot und die Statik begann.
Es war eine Statik, die er nie zuvor aus dem Radio gehört hatte.
Es hörte sich anders an.
Er sah zu dem kleinen Radio herunter, welches in seiner Jackentasche steckte, doch es hatte sich nicht verändert. Als er seinen Blick wieder hob, um zu sehen, wie die Flammen sich machten, sah er, wie die Flammen zu einer Form zusammenschmolzen.
Eine weibliche Form, nackt, zusammengerollt.
Die Flammen verblichen und das Ding wurde deutlicher, real.
Nein, James… nicht Ding!
Frau.
Partnerin.
Geliebte.
Sie.
DU EKELHAFTES SCHWEIN, ICH HASSE DICH!
Die Stadt grinste sich selbst zu, leise kichernd, weil er nicht wusste, was er getan hatte.
„…Mary?“
Mary war tot.
Mary hob den Kopf bis seine Augen die seinen trafen und irgendwas in seinem Kopf schrie.
WAS IST DAS IN IHREN AUGEN? IRGENDWAS IST MIT IHREN AUGEN? SIE SIND TOT SIE SIND-
Seine Knie an seiner Brust schaute Mary ihn an als er versuchte, seine Füsse zu heben aber schliesslich einfach nachgab und wieder zu Boden sank.
Seine rauhen, verschmorten Hände streckten sich dem starrenden Gesicht entgegen um dann wieder zurück auf seine Knie zu fallen.
Wenn das Fleisch sich der Lüge näherte, begannen die Stimmen in seinem Kopf wieder zu schreien.
DAS IST NICHT-
Er dachte an Maria. Waren ihre Augen braun, weiss oder blau?
Die Sekunde, in der er an das Wort „blau“ dachte, erschien in seinem Kopf ein Bild von seinem Daumen, der Mary’s Auge eindrückte.
Da war noch mehr, aber es verschwand so plötzlich, wie es gekommen war.
Mary’s Hand hob sich und und legte sich sanft auf seine.
Die Radiostatik wurde lauter.
„…James“
Mary sprach langsam und die Stimme war irgendwie dreckig.
Die Stadt grinste sich selbst zu, weil sie wusste, was Mary werden würde.
Sie gingen zum Auto. Es war sehr alt. Er wollte Mary seine Jacke geben, aber dann wurde die Statik von dem Radio so laut, dass er sie wieder wegnahm und stattdessen seine Arme um es legte.
Mary sass völlig still da, starrte seine Knie an, während sie Heim fuhren.
Das einzige Wort, dass es bislang sagte, war „James“. Es machte keine anderen Geräusche.
Diese Nacht blieb James bei Mary am Bett, legte sich neben es und beobachtete, während es leer an die Decke starrte, bis er entweder einschlief oder das Bewusstsein verlor.
UNSERE
EINZIGE
HOFFNUNG
Er träumte, er würde in einem Kinderzimmer sitzen, auf einem Kinderbett und das Radio hörte nicht auf, Geräusche von sich zu geben.
„Sei leise, Radio, siehst du nicht, dass hier keine Monster sind?“
sprach er zu dem Gerät, als wäre es ein Mensch und es antwortete ihm mit wechselnder Statik.
Waren Monster in der Nähe?
Er hob den Blick und fand sich selbst mitten auf einer vom Nebel umgebenen Strasse wieder. Das Bett und das Zimmer waren verschwunden. Weiter entfernt lief ein Kind durch die Strasse und wurde schliesslich gänzlich von dem dicken Nebel verschluckt.
Er wachte auf. Mary starrte immer noch an die Decke.
„Guten Morgen“ sprach eine weit entfernte Stimme und James war verwirrt, als er realisierte, dass diese Stimme seine eigene war.
Mary zwinkerte nicht.
Seine Hand streckte sich um ihr Gesicht zu berühren, wie gestern.
Mary drehte den Kopf in seine Richtung.
Seine Finger strichen über seine Wangen und das Bild von seinem Daumen, der sich tief in Mary’s Auge presste, zeigte sich wieder in seinem Kopf. Doch diesmal ging es noch weiter, und sein Daumen drückte sich tief in Mary’s Augenhöhle, durch den Schädel und es schrie-
„James“ sprach es wieder, den schmutzigen Laut noch deutlicher.
Er nahm hastig seine Hand von dem Gesicht, aus Angst, er könnte sein Auge zerdrücken. Mary drehte den Kopf und starrte wieder an die Decke, als es seine Hand nicht mehr auf seinem Gesicht spüren konnte.
Es war so, als wäre er nicht mehr da gewesen, und irgendwie war es ja auch so.
Mary konnte sprechen, aber das einzige Wort, dass er je von ihr hörte, war sein Name. Manchmal, wenn er es lang genug ansah, begann es vor sich hinzumurmeln. Dinge, die er nicht verstand. Und immer, wenn er es fragte. „Mary, was sagst du da?“ schaute es ihn mit seinen trockenen Augen an und sagte „James“. Die Stimme verblasste immer am Ende, als ob es noch etwas sagen wollte, aber den Rest vergass.
„….n…. be…..n…….pl……dnth…..“
„Mary, ich kann dich nicht verstehen“
„…James“
„….th….seih…..ntherh…….ldnthn……eitrd….“
„…bitte, was willst du mir sagen?“
Seine Hand war wieder auf Mary’s Gesicht, drehte es zu seinem, schaute in die Augen, um zu sehen, ob irgendwas darin war.
LEERE HÜLLE LEERE HÜLLE DU BIST EINE LEERE HÜLLE MIT LÜGEN UND ASCHE DU BIST NICHT MEINE MARY
„James“ sagte es wieder.
Und dieses mal sah er etwas.
Die Augen. Er sah etwas in seinen Augen.
Ihren Augen!
Er sah auch das Bild in seinem Kopf, aber diesmal drehte er seinen Daumen sadistisch und leidenschaftlich in Mary’s Augenhöhle herum.
Er sah etwas in ihren Augen.
Es war Mary es WAR Mary es MUSSTE Mary sein.
„James“ brachte ihn der Schmutz zurück in die Realität.
Mensch oder nicht, es musste baden. Die meisten Kreaturen mussten das.
Der Gesichtsausdruck verriet James, dass es nicht wusste, warum es in eine Badewanne gebracht wurde. Oder wenn es es wusste, dann war es ihm egal.
„Mary, kannst du mich hören?“
„James“
„Ich weiss, dass du andere Dinge sagen kannst, Mary“
„James“
Er streckte seine Hand nach den Wasserhähnen, um kaltes Wasser zuerst einlaufen zu lassen, als Mary sich gegen die Badewanne warf.
„Mary?“ schrie James, als der Kopf gegen die Wand klatschte, und dort die weissen Fliesen mit dunkelrotem Blut bespritzte. James’ stiess hastig die Arme hervor und fing es an den Schultern ab, damit es sich nicht mehr verletzen konnte, und Mary’s Mund öffnete sich weiter als Münder zum öffnen gedacht waren und erbrach eine Pfütze von rotem Schleim.
Er wollte aufstehen, die Badezimmertür aufreissen und davonlaufen.
Weit, weit weg. Stattdessen ertappte er sich, wie er es umarmte, die Augen zusammengekniffen, sodass er es nicht sehen konnte.
Den Kopf über seiner Schulter hängend, spuckte es einen weiteren Schwall dunkelrotes Blut über seinen Rücken auf den Boden.
Er wünschte, er könnte seine Ohren zuhalten, sodass er die schrecklichen, würgenden und erstickenden Geräusche nicht hören musste.
Er wollte davonlaufen.
Er träumte von einem verbrennenden Mädchen, dass verknotet an der Decke des Badezimmers hing.
Ein Teil von ihm dachte immer noch, dass es Mary war, aber der Rest von ihm umarmte die Vorstellung davon, wie er sie umarmte, wenn sie-
„Sie ist meine Frau“ redete er sich ein. „Sie ist meine Frau und genau das ist es, was Männer und Frauen tun.“ „Es ist der Hauptgrund, warum man überhaupt zusammen ist“
Er stoppte nach einiger Zeit. Er mochte es nicht. Nein, er mochte es garnicht. Er musste danach immer aus dem Zimmer rennen und sich übergeben. Eine Reaktion von Mary zu bekommen war unmöglich und nach einer Weile hörte er auf, zu versuchen, Mary etwas fühlen zu lassen, und versuchte es an sich selbst.
Als er das tat, war es nicht mehr so, als wenn ein Mann und eine Frau miteinander schlafen sondern eher wie Nekrophilie. Die Augen starrten geradeaus, es bewegte sich währenddessen nicht und auch nicht danach.
Es machte kein Geräusch.
Es blieb steif wie ein Brett und liess ihn machen, was er wollte.
Aber war es nicht das, was er die ganze Zeit über wollte?
Er träumte von einem rostigen, tropfenden Wasserhahn, neben dem eine weinende Frau sass. Er versuchte, an sie heranzukommen, doch als er das tat, schälte sich ihr Gesicht ab und fiel auf den Boden.
„….n…..be…..n…….pl……dnth…“
„Bitte Mary… BITTE sag mir, was das bedeuten soll“
„James.“
„Nein, was hast du davor gesagt?“
„James“
„Was hast du DAVOR gesagt?“
„Ja-.“
„NEIN“
„….“
„Mary?“
„James“
Er träumte von einem Raum mit einem riesigen Spiegel und einer Badewanne und Mary kroch über die Decke.
„James“
Er wühlte durch die Taschen seiner Jacke, zog alles heraus, was er in Silent Hill gefunden hatte. Schlug die Bücher auf, riss die Zettel und Notizen hervor, las Zeilen, in der Hoffnung, dass Mary auf irgendetwas ansprang.
„Regen. Den ganzen Tag aus dem Fenster gestarrt. Ruhig hier. Nichts zu tun.“
„Darf immer noch nicht nach draussen“ antwortete es.
„..Louise, ich werde mich für immer um dich kümmern“
„Es ist meine Bestimmung“
„Sprich“
„Ich bin der rote Gott“
„Nebliger Tag“
„Überbleibsel der Hinrichtung“
„Er, der es nicht wagt, über den Abgrund zu sehen, wagt es nicht, in sich selbst zu sehen“
„Die Wahrheit ist nur zu finden, indem zu vorwärts gehst“
„Lauf davon“
„Lauf davon, lauf davon, lauf davon, lauf davon, lauf davon“
„Brennender Mann“
„436 Leute bei einem Konzert“
„Zu der rechten ist die Lady“
„Zu der linken der Alte“
„Er versucht mich zu töten“
„Er versucht, mich zu bestrafen“
„Pyramidhead!
„Xuchilbara“
„Ich war eingesperrt, in dem Keller des Kellers“
„Es war so eng und dunkel und ich hatte Angst“
„Hier war ein Loch“
„James“ sagte es.
Er träumte von einem zitternden Wesen, dass ein Mädchen an den Knöcheln in die Dunkelheit schleppte.
„…n….be….n….pl…..dnth….“
„Now it begins, people hid night?“
“In....thbegin......ng....people.....adnothi....”
“In the best thing, people had not hidden?”
“In....thbegin...ng.....people.....adnothi....”
“In the beginning, people had nothing?”
Der Kopf schlug plötzlich gewaltig in seine Richtung, sprach die Zeilen und es war, als hätte er sie schon ewig im Kopf gehabt:
"In the beginning people had nothing their bodies ached and their hearts held nothing but hatred they fought endlessly but death never came they despaired stuck in the eternal quagmire a man offered a serpent to the sun and prayed for salvation a woman offered a reed to the sun and asked for joy feeling pity for the sadness that had overrun the earth God was born from those two people."
Und es wurde wieder still.
„….Mary?“
„James“ murmelte es.
Er träumte wieder von der Frau neben dem Wasserhahn. Als er sich ihr näherte, merkte er, dass aus dem Hahn kein Wasser tropfte. Blut und Eiter sickerte aus der Öffnung. Als er versuchte, den Hahn zuzudrehen, glückte es ihm nur, die Eklige Substanz schneller fliessen zu lassen.
Er drehte sich zu der weinenden Frau, und sah, wie Blut aus jeder ihrer Poren zu tropfen begann. Er versuchte, zu hören,was sie sagte, aber das einzige, was er durch das schluchzen und weinen festmachen konnte, war ein Name. „….Ha….Harry…“
Es konnte nicht für immer da sein ohne zu baden! Es war ein Mensch!
SIE war ein Mensch.
Mary starrte auf seine Knie. James tat es ihr gleich, wiederwillig, den Wasserhahn zu berühren. Immer wenn seine Finger sich dem Hahn näherten, hob es den Kopf und starrte seine Hand an.
Wenn er seine Hand zurückzog, sank Mary den Kopf und starrte wieder auf seine Knie. Finger näherten sich dem Metall, der Kopf hob sich.
Finger liessen ab vom Metall, Kopf senkte sich.
Näherte, hob.
Liess ab, senkte.
„….was ist mit dir?“ sagte er, mehr zu sich selbst als zu irgendjemandem sonst, als erwartete er eine Antwort.
Aber im Gegensatz zu dem üblichen „James“, hob Mary nun ihre Hand, stockend,wie eine Maschine, und drehte an dem Heisswasserhahn.
Der Mund öffnete sich weit.
„Aah..“
„Was?“
„Aah..“ die Finger drehten an dem Hahn, der Mund öffnete sich weiter ihre Augen wurden weit.
Plötzlich schaute er panisch auf den Heisswasserhahn, als wäre er eine giftige Tarantel, anstatt ein drehbarer Knopf.
„Was??“ sagte er wieder, besorgt.
„Aah..“. Es lehnte sich vor den Wasserhahn und die abgebrochenen Fingernägel kratzten über das Metall.
Er tat nichts. Mary stiess sich mit einem Ruck vorwärts, die Hand dreschte für eine Sekunde gegen den Drehknopf, dann griff es ihn wieder und drehte weiter auf. Ein Hauch von Idylle huschte über das Gesicht.
Es.
„Aah…“ Er bemerkte nicht, wie Mary die Augen nach hinten verdrehte, weil es…
…..sie sah so glücklich aus.
Dreh.
„Mary, willst du..“
„Aah…“
Dreh.
Heisser Dampf erhob sich von dem Wasser in der Badewanne.
„Mary, du machst das Wasser zu heiss“
„Aah..“
Dreh.
„Mary, aufhören, es ist zu heiss.“
„Aah..“
Dreh.
„Ich sagte, aufhören“
„Aah…“
Dreh.
„Mary, hör auf!“ Er wollte nach dem Wasserhahn greifen, dann wurde er durch den Raum geschmettert, wie eine alte Puppe, als es ihm ins Gesicht schlug. Sein Hinterkopf hinterliess eine rotbespritzte Delle in der Wand.
Wellen von Schmerz jagten durch seinen Schädel und er kreischte laut durch die gesplitterten Backenzähne. Er sank zu Boden, Augen und Kiefer zusammengepresst, die Hände auf den Hinterkopf gedrückt um die Blutung zu stoppen. Flüsse von Blut rannen über seine Unterlippe, und schmerzten höllisch von dem Einschlag der kleinen Faust.
Er konnte nicht atmen. Er konnte nicht sehen. Wie zur Hölle konnte es so stark sein?
Er öffnete seine Augen, und versuchte etwas durch die Ströme von Blut, die über sein Gesicht rannen zu sehen. „Mein Gott, was hat es mir angetan?“ -versuchte zu sehen durch sein eigenes Blut.
Mary war da, immer noch drehte es den Wasserhahn. Die andere Hand besudelt von Blut, schaute es zu, wie es rot aus dem Hahn strömte.
Es sah aus wie Blut sah aus wie Blut sah aus wie Blut sah aus wie Blut.
James zwinkerte, bis sein Augen wieder klar waren, und es sah immer noch aus wie Blut…immer noch immer noch immer noch.
Es war Blut.
Das Badewasser war tief rot jetzt und flutete über die Ränder auf den Boden, sickerte durch die Nischen der Fliesen, dann langsam über die Kanten, durch die Rillen die Wand nach oben. Es krabbelte über die Tapete den Raum hinauf an die Decke, breitete sich weiter aus, und als es in der Mitte zusammenfloss, schwappte ein Schwall von Fleisch aus dem Nichts. – Oh Gott nein.. Es war kein Fleisch, es war Eiter – und langsam sickerte er zusammen mit dem Blut durch den ganzen Raum, wie Maden, die sich in einem verfaulenden Stück Fleisch tummelten. Mary drehte weiter. Es drehte den Wasserhahn, wie es die ganze Zeit schon tat und jetzt war der Gedanke einer giftigen Tarantel berechtigt. Blut strömte weiter aus dem Hahn, mixte sich mit dem anderen und floss durch den Raum. James hatte Angst. Angst um Mary, weil die zunehmende Verwesung des Raumes ihn schmerzte, und Mary sass mittendrin.
Er ignorierte sein Schädeltrauma, zog sich an dem kaputten Spülstein herauf und die Augen im Spiegel trafen seine für einen Moment.
Da war kein Mann im Spiegel, da war Pyramidhead. Jetzt hatte James auch Angst um sich. Er stolperte und fiel rücklings gegen Mary. James fiel in die Wanne und James fiel in den Eiter und James fiel in das Blut und Mary hörte auf zu drehen weil James sie durch seinen Fall zur Seite stiess und James fiel in klares Wasser in einer sauberen Wanne in einem sauberen Badezimmer mit einem Spiegel.
Er träumte, wie Mary gewalttätig eine Frau in eine ovale Öffnung im Boden riss.
Sein Kopf schmerzte.
Er schmerzte schon seit einer ganzen Woche.
James konnte immer schlechter sehen.
Mary durfte nicht mehr baden. Es brauchte sie nicht. Es hatte sich nicht verändert.
Es machte keinen Unterschied.
Es war alles egal ausser es.
Sie.
ES IST ES IST SIE IST!
LASS NICHT ZU DASS IHR WAS PASSIERT SIE KANN NICHT SELBST AUF SICH ACHTEN DU MUSST DICH UM SIE KÜMMERN MUSST AUF SIE AUFPASSEN.
„Pyramidhead“
„Xuchilbara“
„Xuchilbara?“
„James“ Mary sprach sanft und diesmal blieb die Stimme gleich. Sie verblasste nicht am Ende seines Namens.
Er träumte von dem Fuss einer Leiche, der die Wand hinaufwuchs.
James wachte auf diesen Morgen und schaute nach links.
Es war nicht da.
„Mary?“ fragte er den leeren Platz im Bett als erwartete er eine Antwort.
Er ging in die Küche um zu sehen, ob es sich vielleicht etwas zu essen gemacht hatte. Er war auf halben Wege,als ihm einfiel , dass es niemals ass. Er schaute aus dem Fenster und sah ein Vogelnest im Baum.
Die Jungvögel zwitscherten nach ihrer Mutter, die nirgends zu sehen war.
Die Mutter wurde von einem Auto angefahren und lag jetzt ein paar Blocks weiter auf der Strasse – tot Aber weder James noch die Babies wussten das. James schaute, wie die Kreaturen die Mäuler aufrissen, einen schrillen Schrei ausstiessen. Er konnte das zwitschern nicht hören. Hinter der Fensterscheibe sah es aus, als würden die Vögel schreien.
Dann fand er sich selbst in der Küche wieder. In seiner rechten Hand ein Messer.
Er schloss die Augen. Als er sie wieder öffnete, waren er und das Messer immer noch in der Küche.
Er sah runter auf die Klinge, um sicher zu gehen, dass sie wirklich da war.
Er drehte sie auf die Seite, sodass das Metall des Ofens sie reflektierte.
Die Worte „Lakeside Amusement Park“ schossen ihm durch den Kopf mit einem Bild von einem Karussel, auf dem ein Rollstuhl stand.
James schüttelte den Kopf und die Bilder zerbrachen und glitten langsam von ihm weg, wie Blätter, davongetragen vom kühlen Herbstwind.
Mary’s Aufenthaltsort war immer noch unbekannt.
Er wollte das Messer wegpacken, aber tat es nicht.
Er fand Mary auf dem Badezimmerboden, wie es sich mit seiner Rasierklinge in die Schultern schlitzte.
James erwischte sich dabei, wie er helfen wollte, sich zu verletzen.
Er verliess das Bad und warf das Messer aus der Küche die Treppe runter.
Es sprang einmal gegen den Schrank, dann blieb es am Fuss der Stufen liegen. Als er ins Bad zurückkehrte, und wieder mit der Rasierklinge verliess, warf er es ebenso die Treppe hinunter, auf dass sie sich mit dem Messer zusammentun konnte.
James ging zurück ins Badezimmer. Mary stand in der Wanne, das Blut tropfte ihre Schultern runter, über ihre Arme, und fiel zu Boden mit einem sanften „plink“.
Er träumte von einer Frau in einem Kleid, dass rot wie Blut war. Sie sass auf einem Thron aus deformierten, verfaulenden Monstern. Pyramidhead war zu ihrer Linken.
„James“
Er berührte das Gesicht und schaute es an als es ihn anschaute schaute er es an als es ihn anschaute.
Sie.
„Pyramidhead“
„Xuchilbara“
„Xuchilbara“
„James“
„James“
„Heilig“
„Heilig“
„Jennifer“
„Jennifer“
„Tod“
„Tod“
„Schönheit“
„Schönheit“
„Alessa“
„Alessa“
„Sklave“
„Sklave“
„James“
„James“
„Verdränger“
Er träumte von Angela, wie sie tot auf den brennenden Stufen lag. Ihr Gesicht sah aus, als hätte ein Hund mit seinen langen Fängen daran gerissen.
Einestages fand er es eingesperrt im Schrank, wie es Kreise an die Wand malte mit dem Blut seiner wundgeriebenen Fingerspitzen.
Er brachte es runter in die Küche, weil er das Bad nicht mehr mochte.
Die Verbände, die er mitbrachte, wickelte er sorgfältig um die Hände.
Es berührte den Mull der einen Hand mit dem Mull der anderen, fast, als wäre es verwirrt, aber das Gesicht zeigte nichts. Er zwinkerte. Einen Moment schien es, als hätte es keine Arme.
Sein Hirn wollte die Dinge so, wie sie einmal waren. James versuchte, sich einzureden, dass sie es waren, jedoch jedesmal zunichte gemacht, wenn es seinen Kopf gegen ein Fenster oder die Wand schmetterte. Wenn es Dinge fallen liess, weil es nicht mehr wusste, wie man etwas richtig festhält um sich anschliessend mit den zerbrochenen Stücken die Schultern aufzuschneiden. Jedesmal, wenn er Mary’s Gesicht ansah, schaute es nicht weg, und das war gut genug. Es zeigte ihm, dass es wusste, wo es war. Jetzt schaute es an die Wand, oder die Tür, oder den Spiegel, mit den Augen eines Toten, und Gott… er hasste diese Augen.
Er wollte diese ekelhaften Dinger aus dem Kopf reissen, wann immer er sie sah. Aus diversen anderen Gründen wollte er es einfach ganz töten.
Trotzdem liebte er die Kreatur. Liebte sie zu sehr, um ihr weh zu tun, oder zu helfen ihr weh zu tun.
Er ging in die Küche einestages, erinnerte sich, dass er vergessen hatte, die Gabeln zu entsorgen. Die Messer waren alle schon weg.
Mary sass auf dem Küchenboden, und machte sich an den Gabeln zu schaffen. Unordentlich zog er das Metall aus dem Arm. Die Gabel war blutig, wie der Boden und Stücke von Fleisch lösten sich, als er die Zähne herausriss. Mary’s glasige Augen richteten sich auf die 4 Punkte, die nun tief den Arm zierten. Es versuchte, die bandagierten Finger in die Löcher zu stecken, und James stiess ihr ins Gesicht.
Er schlief nicht diese Nacht.