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Das Inferno von Dackelhausen - Knee-deep in the blood (Die unendliche Zombiegeschichte)

Gepostet am: 22 Juli, 2006 - 04:18 von ²sh¥
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Administrator

Mitglied seit:
2006-07-10


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140

Forenspiele, wir lieben sie
Und es gibt noch ein weiteres, dass meist sehr langlebig ist und gleichzeitig Eure Kreativität ständigt anspornen wird: Die unendliche Geschichte.

Uhm? Geschichte? Unendlich? Wie meinen?
Nun ... wir entwickeln Stück für Stück eine Geschichte ... selbstverständlich mit Augenzwinkern. Mit jedem weiteren Beitag wird die (verrückte) Story, die wir uns aus den Fingern saugen, erweitert. Alles - bis auf die obligatorischen Tabuthemen (Rassismus, Menschenfeindlichkeit, ect.) - ist erlaubt. Klar, wir sind in einem Horrorforum, da darf es durchaus auch mal blutiger werden.

Weil man sich dazu so herrlich dumme Situationen ausdenken und das Genre so gut durch den Kakao gezogen werden kann, mache ich den Anfang mit ... einer Zombiegeschichte.

.. öhm ...


DAS INFERNO VON DACKELHAUSEN


KNEE-DEEP IN THE BLOOD

[br][br]

Es war mal wieder einer dieser Tage. Die Welt scheint einem mit hämischen Grinsen anzusehen und ein Bein zu stellen. Stück für Stück läuft eine weitere Kleinigkeit schief und man fragt sich irgendwann, ob sich auf diesen schiefen Turm von "Jetzt-Reichts-Endlich-Pisa" tatsächlich noch ein Brocken draufsetzen wird, bevor das gesamte Bauwerk auf das empfindliche Fundament der eigenen Belastbarkeit niederprasselt und den schon sehr seidenen Geduldsfaden endlich zum reissen bringt.
Manfred Mouwlinksi erlebt gerade einen dieser Tage. Just in diesem Moment lässt er die letzten Stunden Reveue passieren und fragt sich, ob es jetzt noch schlimmer kommen kann. Er könnte quasi fast Strichliste führen:

Früh am morgen festgestellt, dass der Hund die Inneneinrichtung des drittklassigen Apartments zerrissen hat? Haken.
Nach Zurückgewinnung des vollen Bewusstseins nach diesem Schock erstmal einen tiefen Schluck aus der Packung der flauschig-schimmeligen Milch genommen? Haken.
Unter der Dusche wie schon in den vergangenen Wochen mal wieder festgestellt, dass man durch die enorme Wölbung des Bauches markante Elemente des eigenen Körpers nicht mehr sehen kann? Haken.
Direkt nach 10 Minuten Fahrt eine Panne mit dem Wagen gehabt? Haken.
Sich auf der Polizeidienststelle mit der Sekretärin angelegt, die einem daraufhin mit Bleistift und Anspitzer bedroht? Haken.
Und - durch die ständige Verspäterei und viel Ärger mit den Arbeitskollegen gerade vom Dienst für zwei Wochen zwangs-suspendiert worden? Haken.

Haken, Haken, Haken. Jetzt kommt noch ein weiterer hinter den Stau, in dem er gerade steht. In dieser mittelgroßen Stadt ist es gerade im Zentrum, irgendwo zwischen den paar wenigen Skycrapers und Hauptverkehrslinien, kaum möglich, sich zur Rush Hour durch die vielen blechernen Monster zu zwängen, doch diesmal wars schon etwas sonderbar. Manfred wohnte irgendwo in den äußeren Gebieten von Dackelhausen, das selbst in einem Tal liegt. Eine kleinere Gebirgskette umrundet die Stadt; eine durchaus schöne Lage, keine Frage. Manfred hatte von dem höher gelegenem Vorort, in dem er in seiner Schabracke wohnt, einen schönen Blick auf die Stadt. Naja ... aber dort heute erstmal hinkommen.
Doch zurück zum Stau. Manred konnte von seiner Postion aus nicht erkennen, was vor ihm so vor sich geht. Entweder, eine Ampel ist mal wieder ausgefallen, oder es ist tatsächlich etwas passiert, so dass der Verkehr zum erliegen gekommen ist. Den üblichen Rush Hour-Tumult kann Manfred ausschliessen, denn es ging schon seit einer halben Stunde schon nicht vorwärts ... zweifelsohne ist wohl etwas passiert. Vor 10 Minuten hatte Manfred den Eindruck gehabt eine Sirene gehört zu haben, aber bei dem Lärm auf der Straße kann man alles hören. Gefrustet wirft Manfred noch einen Blick auf die völlig zugeballerte Straße vor ihm und widmet sich seinem Radio. Wahllos schaltet er einen Sender ein und eine ausserirdisch schrill klingende Stimme zelebriert ein neues Waschmittelprodukt: "Testen sie noch heute das *MusikSetztEin* absolut fantastische, noch nie dagewesene Power-Putzmittel CILLIT BANG! *JingleMitFrauenChor* Selten war eine chemische Waschkraft so ungesund und so brutal zu ihren Händen! CILLIT BANG hat eine revolutionäre destruktive Kraft, die alles bisher dagewesene locker in den Schatten stellt ... oder gleich wegätzt ... HÄHÄ!"
Aber Manfred hörte die letzten Sätze der vollig bescheuerten Werbenachricht nicht mehr, denn ein unglaublich lauter und scheinbar naher Schrei eines Mannes hatte seine Aufmerksamkeit auf sich gezogen ...

Please proceed (und Rächtschraibfähler dürft ihr ankreuzen und bei eBay verkaufen!)

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Er reckte den Hals etwas in

Gepostet am: 22 Juli, 2006 - 04:25 von kamikatze
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ModeratorRedakteur

Mitglied seit:
2006-07-12


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Er reckte den Hals etwas in die Höhe, um etwas besser über die Autos vor ihm hinwegsehen zu können - ein schier unmögliches Unterfangen, da nach vorne hin die Schlange einfach kein Ende zeigen wollte, doch gerade, als er dies bemerkt hatte, rannte ein Mann fassungslos vor seine Motorhaube und knallte die Handflächen stützend darauf. Es war nur der Bruchteil einer einzelnen Sekunde, als Manfred und der Unbekannte sich in die Augen sahen. Was zur Hölle sollte das wieder? Ein dummer Scherz? Ein Amokläufer, der wohl einen ebenso schlechten Tag hatte, wie Manfred selber und jetzt durch den Stau das Pünktchen auf sein "i" gepinselt bekam?

Nein, kaum gedacht, war der Unbekannte schon wieder verschwunden, und wie Manfred erkannte, gab es sehr wohl einen Grund für seine Raserei. Ein paar Reihen weiter vorne konnte er eine Gestalt erblicken, die mit schnellen und fast gehetzt wirkenden Schritten über die Autodächer rannte. "Das gibts doch nicht! Was bilden diese Leute sich ein?" Manfred schloss die Autotür auf und stieg aus. "Hee sie!" rief er dem Vandalen zu, "Sie können nicht einfach wie ein Irrer über die Autos steigen!" Der Unbekannte blieb abrupt stehen und drehte mit einer langsamen Bewegung den Kopf richtung Stimme, die ihn anklagte. Manfred zuckte innerlich zusammen. Offenbar hatte er den Grund des Staus vor sich stehen. Als der Vandale ihn ansah, sah Manfred, dass ihm ein Stück Schädelknochen fehlte, und zwar direkt an der Seite des Kopfes. Blutverklebte Haare lagen klätschig über der Wunde, in der schleimig und mit Glassplittern übersäht das Hirn zum Vorschein kam. Auch in der linken Wange und neben dem Auge steckten die kleinen Scherben, die offenbar von der Windschutzscheibe eines Autos stammten.

Ein paar Sekunden stand Manfred fassungslos da. Dieser Mann musste längst tot sein! Kein Mensch würde mit Glasscherben im Hirn noch über im Stau stehende Autos hechten! Manfreds Starre hob sich sofort auf, als der Verletzte ein tiefes Gurgeln von sich gab, und langsam die Arme ausstreckte um Manfred zu packen. Beinahe wie von selbst und mit der Geschwindigkeit eines Jaguars stieg Manfred wieder in sein Auto, knallte die Tür zu und drückte den Knopf zum abschliessen herunter. Keine Sekunde zu früh, denn kaum liess er ab von dem Knopf, sprang der Verletzte mit einem lauten, blechernen Knall auf seine Motorhaube, klatschte die Hände auf die Windschutzscheibe, welche dort schmierige, blutige Streifen hinterliessen und gurgelte so stark, dass ihm eine dunkelrote Flüssigkeit aus den Mundwinkeln rann. Manfred presste sich immer tiefer in den Fahrersitz hinein, als der offenbar nicht mehr ganz dichte Mann auf seiner Motorhaube begann, mit ungelenken Schlägen gegen die Windschutzscheibe zu hauen....

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"WHOA, SCHEISSE! AHHHH!" Er

Gepostet am: 22 Juli, 2006 - 04:27 von kowa
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Redakteur

Mitglied seit:
2005-09-15


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21

"WHOA, SCHEISSE! AHHHH!"
Er wusste nicht genau, warum er dieses Etwas auf seiner Motorhaube anschrie. Vielleicht hoffte er ja, dass es dann weggehen würde. Was es nicht tat. Immer schlimmer wurden die Hiebe dieses Biestes, und als schließlich die Windschutzscheibe in tausend Stücke zersprang, reagierte Manfred. Er musste einfach irgendetwas tun. So versuchte er seine Karre anzuwerfen. Doch nichts tat sich. "KOMM SCHON, VERDAMMTE SCHEISSE!", grunzte er mit Tränen in seinen Augen und zusammengebissenen Zähnen, sodass er sein Lenkrad vollsabberte. Panisch drückte er auf allen Sachen herum, sodass die Scheibenwischer ausgelöst wurden, die den Untoten auf seiner Motorhaube sichtlich wütend machten. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, gelang es ihm endlich sein Auto zu starten. Ein erleichtertes Hecheln war von Manfred zu vernehmen. Sofort schaltete er in den Rückwärtsgang und preschte den halben Meter zurück, bis er gegen den Wagen hinter sich crashte. In Sekundenbruchteilen wurde er unter tosendem Lärm in seinen Sitz gedrückt, während der Untote über das halbe Auto geschleudert wurde. Plötzlich Stille. Manfred sah noch die Beine des Viehs vom Dach hängen. Nichts bewegte sich mehr.

Minutenlang verharrte Manfred in der Autofahrerstellung.
"Steige ich jetzt aus? Was ist wenn dieses Etwas noch lebt?", fragte er sich. Mutig fällte er den Entschluss auszusteigen und nachzusehen, denn aus seiner Perspektive konnte er leider nichts erkennen. Langsam und möglichst geräuschlos öffnete er die Fahrertür. Da fiel ihm etwas ein! Er richtete sich wieder in das Wageninnere und öffnete das Handschuhfach. Zum Glück hat er nämlich für Notfälle immer ein Schweizer Taschenmesser dabei. Als er mit seiner linken Hand die Fahrertür losließ um das Messer auszuklappen hörte er plötzlich ein merkwürdiges, undefinierbares Geräusch. Er versuchte es zu identifizieren, hörte genauer hin, konnte aber bei bestem Willen nicht sagen, was es ist. Nachdem er wieder zu seinem Messer griff, richtete er seinen Blick wieder in Richtung der Beine dieses Unwesens. Sie waren weg! Manfred erschrak und ließ das Messer fallen. "FUCK!" Er beugte sich in den Fußraum des Beifahrers, wo das Messer hingefallen war.

Als er so da unten am Boden herumsuchte, sah er aus den Augenwinkeln, dass sich das Sonnenlicht, dass auch in den Fußraum fiel, verdunkelte. Er war paralysiert. "Scheiße, das wars jetzt.", dachte er sich und schloß seine Augen.
Eine unbekannte Stimme sagte: "Manfred?" Er erschrak und stieß sich fürchterlich den Kopf an seiner Konsole...

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Als Manfred wieder zu sich

Gepostet am: 22 Juli, 2006 - 04:30 von SenorKaffee
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Mitglied seit:
2006-07-12


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35

Als Manfred wieder zu sich kam, war die Dunkelheit über Dackelhausen hereingebrochen. Sein Kopf dröhnte, und nach was es ihm im Moment am meisten verlangte, war ein Glas Wasser und eine Anstaltspackung Ibuprofen. Er bemerkte, dass er auf der Strasse sass und mit dem Rücken an einem der Vorderreifen seines Wagens lehnte. Langsam hob Manfred den Kopf und lies den Blick über seine Umgebung streifen. Sein Wagen war der einzige auf der Strasse. Hatte er nicht eben noch im Stau gestanden? Jemand hatte seinen Erste-Hilfe-Kasten unter dem Fahrersitz hervorgezogen und den Inhalt über die Strasse verteilt. Der Manfrad fand sein Messer in einem kleinen Haufen Verbandmull, der sich über die Motorhaube erstrekte. Als er seine Spiegelung in der Überresten der Windschutzscheibe sah, erschrak er. Dicke Fäden von angetrocknetem Blut waren ihm ins Gesicht gelaufen, erst jetzt bemerkte Manfred den kruden Verband am seinen Haaransatz. Die unbekannte Stimme hätte sicherlich einen Auffrischungskurs vertragen können, doch hatte sie zumindest ihr bestes versucht um die Platzwunde, wo Manfreds Kopf die Konsole getroffen hatte, abzudecken.

Er harrte einige Zeit an seinem Wagen aus, in der Hoffnung, die Stimme würde zurückkehren und ihm erklären, was passiert war. Von den letzten Minuten vor seinem Blackout waren nicht mehr als Fetzen zu greifen. Es musste Stunden her sein. Glas, Blut, ein Unfall? Hatte er jemanden überfahren? Nein, es war irgendwie anders gewesen. Da war jemand gewesen. Jemand... oder etwas... Vielleicht war es doch besser, nicht hier zu bleiben. Manfred klopfte auf seine linke Hosentasche und bemerkte, dass sein Handy nicht da war - warscheinlich machte es sich zuhause nützlich und sammelte Anrufe von Leuten, die sich Sorgen um ihm machten. Ha, als ob. Er startete einen zweiten Versuch auf der rechten Seite. Die Wohnungsschlüssel, Geldbörse, ein MP3-Stick, sie waren nicht dabei. Er blickte durch die Tür in das Innere des Wagens. Auf den Sitzen, nein, auf dem Boden, nein, im Zündschloss, nein. Er trat frustriert gegen die Wagentür. Das blecherne Geräusch hallte über die menschenleere Strasse. Seine Zündschlüssel waren nicht aufzufinden, es war wie verhext. Manfred setzte sich auf die Motorhaube und begann sich die schmerzenden Schläfen zu reiben. Eine Möglichkeit, eine Möglichkeit, es muss weitergehen, es geht doch immer irgendwie weite. Ja, genau, irgendwo war sicher ein Taxistand. Oder eine Bushaltestelle. Oder zumindest eine Telefonzelle, wo er einen Abschleppdienst rufen konnte, der dann sicher irgendwo absetzen würde. Auf ein weiteres Zusammentreffen mit der bleistifbewehrten Beamten vom Morgen konnte er verzichten. Jetzt wo er aussah, als hätte er für eine Rolle in Bumfight vorgesprochen, würde sie ihm sicherlich gleich mehr Respekt gegenüberbringen.

Manfred atmete noch einmal tief durch. Er holte seine Aktentasche vom Rücksitz und begann wiederwillig seinen langen Marsch zurück in die City von Dackelhausen.

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