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2005-09-15
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So, also habe ich mir doch mal eine Bernd Eichinger Produktion im Kino angeschaut. Und zwar die Verfilmung des weltweit für gequälte Schülerseelen sorgenden Bestsellers "Das Parfum" von Sowieso Süsskind (ich kann mir nur den lustigen Nachnamen merken). Und was soll ich sagen, der Film war weitaus besser als erwartet (was daran liegen könnte, dass ich gänzlich ohne Erwartungen da reingegangen bin).
story:
[Zitat von irgendsoner Filmseite. Jaja ich bin faul] Im Jahr 1738 erblickt Jean-Baptiste Grenouille in Paris das Licht der Welt und wird in die Obhut eines Waisenhauses übergeben. Er kann sich nicht richtig ausdrücken, ist aber dafür mit einem extrem guten Geruchssinn gesegnet. Als er sich als junger Mann in den Duft einer schönen Mirabellen-Verkäuferin verliebt und sie ungewollt umbringt, muss er erkennen, dass Gerüche flüchtig sind. Deshalb begibt er sich zu dem Parfumeur Baldini, bei dem er die Kunst, Düfte zu konservieren, erlernen will.
optik:
Die Optik von "Das Parfum" schwankt zwischen niederträchtig ekelhaft dreckig, und betörend sinnlich und Michelangelo-Fresko-ähnlich. Die Szenarien sind meisterhaft beleuchtet. Es wird mit äußerst vielen Makroaufnahmen und Unschärfen gearbeitet. Wenn Grenouille einen Duft wahrnimmt, versucht der Film einen den Duft über extreme Close-Ups und kurz eingeblendete Impressionen näherzubringen. Es gibt bis auf eine ganz bestimmte Sequenz keine Blenden, nur Hard Cuts. Das zum Technischen.
Vom reinen Gefühl her sieht der Film einfach bombastisch aus. Der Zuschauer bekommt alleine schon von der Optik so dermaßen viele Informationen, dass man den Film förmlich riechen kann. Durch extrem plastische Beleuchtung der Motive und fast schon hyperrealistischen Wiedergabe von Texturen[*i] fühlt man den Schmutz und den Dreck, aber auch die Sinnlichkeit und Leidenschaft des Protagonisten an Düften. Optisch ist der Film wirklich allererster Güte.
akustik:
Die musikalische Untermalung ist passend zur Handlungszeit ausschließlich orchestral, fast schon eine Oper. Wiederkehrende Motive sind das Klavier und eine im Sopran (nehme ich an ^ ^) singende Frauenstimme. Im Wechsel vom zweiten zum dritten Akt quasi ereicht der Soundtrack seinen Höhepunkt und wird zum finale grosso. Leider ist der Soundtrack im ersten Drittel recht repetitiv und braucht seine Zeit um sich aufzubauen.
Die restlichen Sounds des Films unterstützen die Optik. Ähnlich wie in Final Destination (ja, ich vergleiche grade Äpfel mit Birnen, aber lasst mich ausreden ^ ^) werden in den Szenen, in denen Düfte bildlich übersetzt werden sollen, die Geräusche, die das duftende Etwas macht, sehr amplifiziert, um den Eindruck zu verstärken. Manche Szenen wirken dadurch ziemlich eklig, andere werden dadurch erst richtig sinnlich.
fazit:
Krank aber genial 
Der Film ist sehr ruhig, hat aber keine Längen. Er ist technisch äußerst hochwertig, und weiß auch sonst zu überzeugen. Der Regisseur hat großartige Arbeit geleistet, ich bin beeindruckt. Meine uneingeschränkte Empfehlung hat der Film.
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