Wir erinnern uns: Scream hat damals ganz schön was angerichtet! Da für sich erfrischende Film hat eine ganze Welle postmoderne Teenie-Horrorfilme hinter sich hergezogen, die zu 90% aller Fälle relativ unbrauchbar waren. Die restlichen 10% waren entweder technisch so gut umgesetzt, dass sie trotz des einfältigen Scripts Spaß gemacht haben und Atmosphäre hatten (etwa Düstere Legenden) und sie waren tatsächlich gute Filme es viel gehassten Genres.
Der kultigste Film von allen war allerdings Final Destiation. Die Idee von dem Tod, er quasi Übestunden macht, war nicht nur pfiffig, sondern bot den Filmemachern auch die Möglichkeit, haarsträubende, makabere Sitationen alà Tom & Jerry für ganz, ganz Erwachsene auf Zelluloid zu bannen. Der erste Teil von Final Destination war zwar vielen Zuschauern viel zu übertrieben, dafür für andere gerade erst interessant. Zweifellos hatte der Film prickelnde Situationen, unterschwelligen Witz und eine tadellose technische Umsetzung. Ja, der Film war sogar dramatisch.
Der zweite Teil war dasselbe minus guter Dramaturgie plus mehr Blut plus wesentlich makabere Situationen. Eine angemessene Fortsetzung also. Nach diesen beiden Filmen kann bei einem dritten Teil eigentlich nur alles schiefgehen.
Zu meiner Überraschung tat es das nicht. Ja, die Geschichte ist wie beim Sequel[*i] ebenso austauschbar wie die Charaktere. Neu ist diesmal nur, dass die Zeichen des Todes durch Fotos zutage kommen, die die Protagonistin vor dem ausschlaggebenden Unfall aufgenommen hat. Aber wer ehrlich ist, wird sich eingestehen, dass er oder sie sich den dritten Teil nur wegen den Gefahrensituationen und den Todesszenen ansieht. Und die sind wie in den Vorgängern top!
Die an sich durchaus knisternde Einleitungssequenz - der erste große Unglück - ist diesmal am schwächsten ausgefallen, dafür sind die Todesszenen umso blutiger und makaberer. Dabei hält die Kamera diesmal erstaunlich lange drauf, weshalb Teil 3 zum ersten mal eine Freigabe ab 18 bekommen hat. Trotzdem sind die technischen Werte erhalten geblieben: Wie immer werden vor jedem Tod verschiedenste Alltagsgegenstände in Nahaufnahme gezeigt, während zugehörige Geräusche bedrohlich laut und überspitzt aus den Boxen klingen. Alltagsvorgänge werden wieder akribisch gezeigt und mit kleinen makaberen Hinweisen versehen. Und Montage, Musik, generell der gesamte dramaturgische Aufball ist bei den Spannungssituationen wie gehabt gelungen, dass man sich trotz des austauschbaren Scripts immer wieder dabei erwischt, doch für einen Augenblick mit dem Atem stocken zu müssen. Und: Das Ende des Films kommt wie ein Schlag!
Übrigens ist im Gegensatz zu Teil zwei die Musik wieder richtig gut. Die Komponistin der ersten beiden Filme orientiert sich wieder stärker am Erstling und setzt auf laute, hektische Arrangements. Sehr gut!
Ich mochte den dritten Teil, auch wenn ich es schade finde, dass den Autoren inhaltlich nichts neues eingefallen ist und ich vermuten würde, dass der Film den allermeisten wohl nicht gefallen wird. Ich mag die Art, wie die Filme inzeniert werden und ja ... wer mich genauer kennt, wird sicher verstehen, weshalb ich mich auch bei FD3 PRÄCHTIG amüsiert habe ... und manchmal sogar ganz laut gelacht habe