Weil ich leider meinen alten Beitrag nicht editieren darf:
[kennt ihr schon]
Lady Vengeance. Der krönende Abschluss der Rachetrilogie von Chan Wook Park. Nach dem sehr harten Sympathy for Mr. Vengeance und dem ultradramatischen Oldboy folgt nun ein Film wie ein Gedicht. Ist Lady Vengeance vielleicht sogar der beste Teil der Trilogie?
Nach der kleinen Fingerübung CUT für den Asia-Horror-Mix "Three... Extremes" hat Chan Wook Park seinen dritten Film herausgebracht, der sich mit dem Thema Rache befasst. Die Motivation hinter den Filmen war, drei unterschiedliche Sichtweisen oder Interpretationsmöglichkeiten zu geben, wie ein Mensch mit Rache umgehen kann. Während in Sympathy for Mr. Vengeance am Ende keiner der Protagonisten überlebt hat, weil im Grunde jeder an jedem Rache genommen hat, und bei Oldboy zumindest die zwei Hauptpersonen überleben, stirbt bei Lady Vengeance (rachetechnisch) nur eine Person. Das lässt auch schon auf den gesamten Tonus des Films schließen: Lady Vengeance ist, im Gegensatz zu dem regelrecht unangenehm beklemmenden Mr. Vengeance und dem tieftraurigen Oldboy überraschend schön und gefühlvoll. Das wird noch durch die geniale Optik und den noch genialeren Soundtrack verstärkt.
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Aber worum geht es? Lee Geum-ja (großartig gespielt von der zauberhaften Yeong-ae Lee) kommt mit 19 Jahren ins Gefängnis, weil sie gestanden hat, einen Fünfjährigen entführt und dann ermordet zu haben. Im Gefängnis, in dem sie 13 Jahre ihres Lebens sitzen muss, findet sie zur Religion und kann durch selbstlose Taten mit ihren Mitinsassinnen starke Bünde knüpfen. Als sie das Gefängnis verlässt, beginnt sie, ihren Plan, den sie seit langer, langer Zeit geschmiedet hat, umzusetzen: Rache zu nehmen an Mr. Baek (auch unglaublich gut gespielt von Min-sik Choi), den eigentlichen Mörder des fünfjährigen Jungen.
Aber bevor das passiert, vergehen viele Filmminuten, denn Chan Wook Park nimmt sich viel Zeit Haupt- und Nebendarsteller in leichtfüßig verwobenen Flashbacks einzuführen und ihre Geschichten zu erzählen. Dabei beweist Park Sinn für einen trockenen und leicht abgedrehten Humor. Zum Ende hin, wenn sich Frau Geum-jas Plan der Verwirklichung nähert, wird der Film allerdings immer düsterer, was man nicht zuletzt an den sehr ungesättigten Farben bemerkt (in der "Director's Version", die bei der Limited Edition dabei ist, endet der Film sogar komplett in schwarzweiß, nachdem die Farben langsam Szene für Szene desaturieren) und endet herzerreißend während er viel Raum für Interpretationen lässt.
Aus technischer Sicht ist Lady Vengeance ein riesiger Schritt nach vorne, verglichen mit Oldboy. Handwerklich ist er sogar nah an der Perfektion. Es stimmt einfach alles. Die wunderschönen, metaphorischen Bildern, die Farben, der Schnitt, das Schauspiel, kleine fincher-eske Computerspielereien, der geniale barock angehauchte Soundtrack und vor allem der Wechsel zwischen fast schon beunruhigend ruhige Szenen und Szenen mit mehr Aktion ist Herrn Park dieses mal besonders gut gelungen. Und auch wenn Lady Vengeance bei Weitem nicht so unerbittlich ist, wie Sympathy For Mister Vengeance, bietet er dennoch eine der härtesten und intensivsten Szenen, die ich jemals in einem Film gesehen habe.
Lady Vengeance ist wirklich ein toller Abschluss für die Rachetrilogie und ein weiterer unglaublich guter Film von Chan Wook Park. Ich könnte schon fast Fan werden, zumal mir sein Beitrag bei "Three... Extremes" auch am besten von allen dreien gefallen hat (der von Miike war auch super, der chinesische allerdings VOLL EKLIG EY). "I'm A Cyborg, But That's Okay", ich komme
.
Lady Vengeance erhält meine uneingeschränkte Empfehlung, denn der Film ist, wie eingangs schon erwähnt, ein Gedicht. Er ist zwar nicht der beste Film der Trilogie, das ist m. E. immernoch Oldboy, aber ... der zweitbeste 