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Ultraviolet

Gepostet am: 3 Januar, 2007 - 00:20 von ²sh¥
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Was Unterhaltungsmedien betrifft, so habe ich für mich persönlich herausgefunden, dass die angeblich professionellen Kritiken der selbsternannten Kritiker bei mir nicht richtig greifen wollen. Bleiben wir mal passenderweise direkt beim Thema Film: Wird einer von der Presse in den höchsten Tönen gelobt, finde ich den Streifen in den meisten Fällen zwar handwerklich gut gemacht, aber im Gesamten zu gewöhnlich. Wird ein Film regelrecht zerrissen, oder sorgt dieser dafür, dass sich die Gemüter teilen, bin ich nicht selten nach dem Anschauen postiv überrascht. Gut, diese Regel funktioniert selbstverständlich nicht immer. Hochgelobte Filme können mir genauso gut gefallen wie den Krtikern. Ebenso umgekehrt.

Als ich die ersten Krtiken zu "Ultraviolet" gelesen habe, bin ich sehr neugierig geworden. Keiner hievte den Film in seinen Krtiken über das Mittelmaß, viele sprachen sogar von dem "schlechtesten Film, der je gedreht wurde". Ein hartes Urteil, gerade weil es Kurt Wimmers zweite Regiearbeit in der Produktion alles andere als leicht hatte. Wimmer, der auch "Equilibrium" gemacht hat, hat den Film bereits 2004 mit einer ursprünglichen Länge von etwa 2 Stunden gedreht. Als nach den ersten Testvorführungen klar wurde, dass die ursprüngliche Drehbuchidee nicht richtig rüberkam, wurde er von dem Studio Sony darum gebeten, nochmal an den Schneidetisch zu gehen. Während er dies tat, hat sich Sony allerdings anders entschieden und entzog ihm sämtliche Rechte, nur um auf eigene Faust den Film zurechtzuschnippeln. Entfernt wurden über 30 Minuten Storymaterial, und auch die Actionszenen mussten Federn lassen, weil Sony für den Film unbedingt einen Pg-13-Rating haben wollte, um mehr Zuschauer ins Kino locken zu können (pg-13 entspricht etwa usk12). Der Film floppte - wie auch zuvor schon Equilibrium - im Kino fürchterlich.

Hauptargumente der Krtiker waren die völlig schwachsinnige Geschichte und die extrem CGI-lastige, künstliche Optik. But guess what: Mir hat der Film gefallen. Emoticon: Lächeln

Und das trotz beknackter Geschichte: In der fernen Zukunft überlebt die Menschheit nur mit knapper Not eine Pandemie, aus der eine Gruppe von Personen mit eigenartigen Mutationen hervorgeht, die vom Staat gnadenlos ausgerottet werden. Diese sog. Hemophagen sind den übrigen Menschen in Intelligenz, Kraft und Geschwindigkeit weit überlegen und bekommen zudem durch die Krankheit als Nebeneffekt noch merkwürdige, vampirartige Vorderzähne. Dafür sterben diese bereits nach 5 oder 6 Jahren. Violet ist eine von ihnen, die den Jungen Six vor seinen Häschern bewahren muss. Er trägt ein Virus in seinem Körper, das die Zukunft der Erde entscheiden kann.
Supervampire, die kein Blut saugen? Nazihafte Ausrottung der Hemophagen? Mittendrin eine Superkämpferin? Auch wenn die Geschichte in den Grundzügen der von "Equilibrium" ähnelt, macht sie in dieser Schnittfassung einfach keinen Sinn. Neben vielen Kleinigkeiten in der futuristischen Welt (Warum wird zum Beispiel mit Blut unterschrieben? Emoticon: ominös! Weshalb wechselt ständig die Farbe von Violets Haar und ihrer Kleidung? Emoticon: ominös!) werden auch die Motivationen der einzelen Figuren nicht richtig klar. So wirken einige Figuren mit Vampirzähnen ziemlich affig.
Trotz solcher seltsamen Elemente wird jedoch gerade in der Mitte des Films deutlich, dass Wimmer versucht hat eine eigene Welt und die Figur von Violet zu formen, was in dieser Schnittversion aufgrund des Mangels an Hintergrundinformationen nicht richtig gelingt. Was Kritiker als "der Film nimmt sich zu ernst" bezeichnet haben, ist in Wirklichkeit der letzte Rest der Geschichte, die Sony aus dem Film geschnitten hat. So bleiben lediglich ein paar schön gemachte Bilder mit einem Hauch von Emotion, ohne dass die uns Violet als Heldin oder die Comicwelt großartig näher bringen.

Die Grundidee hinter "Ultraviolet" ist, eine Comicheldin darzustellen, zu der es eigentlich keine Comicvorlage gibt. Das macht der Film schon zu Beginn direkt deutlich, indem verschiedene Cover von imaginären Comics in unterschiedlichen Sprachversionen gezeigt werden, wo immer die gezeichnete Ultraviolet abgebildet ist. Nach dem Opening Credits setzt der Film diese Linie konsequent fort: Der gesamte Film kommt in extrem knalligen, "Tron"-ähnlichen Farben und viel Weichzeichner daher, was bei dem betont neotechnischem Design mit vielen medizinischen Methaphern passend rüberkommt. Dabei wirkt der Look absichtlich extrem künstlich, was ich angesichts des Sci-Fi-Comicszenrarios nicht im geringstem störend fand. Was Matrix an manchen Stellen nur teilweise gezeigt hat - eine unwirkliche, technische, merkwürdig steril und surreal wirkende Umgebung - treibt Wimmer hier auf die Spitze. Negativ bemerkbar macht sich die CGI-Optik jedoch bei manchen Kamerafahrten, die einfach zu geselzt aussehen.

Und was passiert in diesem Film hauptsächlich? Action passiert. Und das oft. Milla Jovovich ballert, schlitzt und hüpft durch wahre Gegnerhorden. Spätestens wenn Violet mit einem kleinem Gadget für sich die Gravitation ändert und mit einem Motorad ein Hochhaus hochfährt, wärend zwei Hubschrauber mit Maschinengewehren auf sie schießen, wird klar, dass alles an Action und Akrobatik in diesem Film gnadenlos over-the-top ist. Unterstützt wird dies durch einen treibenden Soundtrack, der wirklch wie angegossen passt und die audiovisuelle Präsentation abrundet.

Für wen ist "Ultraviolet" also empfehlenswert? Eigentlich für niemanden Emoticon: zwinkern #3
Najo, für fast niemanden. Die kleine, klitzekleine Zielgruppe, die den Film mögen wird, sollte ein Faible für extrem übertriebene, Matrix-artige Action am Laufband haben, außergewöhnliches Design mögen und vor allem nicht Filme mit Büchern verwechseln. Wer eine ausgefeilte Geschichte mit starken Charakteren haben möchte, sollte ein solches lesen. Als audiovisuelles Erlebnis funktioniert selbst diese Fassung von "Ultraviolet" noch ganz gut. Bleibt trotzdem zu hoffen, dass Kurt Wimmer irgendwann mal einen Directors Cut anfertigen darf. Mit einer Geschichte und Actionszenen für Erwachsene, so wie er sich das vorgestellt hat.

Trailer:
http://www.youtube.com/watch?v=roxBNI7Slu8

P.S. Den verbleichbaren Film "Aeon Flux" (der tatsächlich auf einer Animationsserie beruht), habe ich noch nicht gesehen. Daher kann ich beide Filme leider nicht für euch direkt vergleichen.

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Ich mag ihn, obwohl er schon

Gepostet am: 7 Januar, 2007 - 21:37 von SenorKaffee
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Ich mag ihn, obwohl er schon ziemlich schlecht ist.
Halt so ein Kerle-Film. Emoji (Europa): lachen

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