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Nachdem ich den Film "Serenity" gesehen und immer und immer wieder Empfehlungen für die zugehörige Serie "Firefly" bekommen hatte, habe ich mir nun die Zeit genommen und mir die komplette Serie angesehen. Wem diese beiden Titel nichts sagen: Es handelt sich im groben um eine Fusion aus Science-Fiction und Western, in dessen Mixtur sich hier und da immer wieder andere Genres wie Horror, Action oder Comedy einschleichen. In der dort dargestellten Welt hat sich die Menschheit mittlerweile im Weltraum breitgemacht, ist aber auf vielen Planeten längst nicht so zivililisiert und fortgeschritten, wie man es sich bei SciFi vorstellen würde. Bestimmte Areale werden von der Allianz kontrolliert, die stehts versuchen ihre Macht weiter auszubreiten.
"Firefly" stellt 9 Charaktere in den Vordergrund, die mit dem Raumschiff "Serenity" von Planet zu Planet reisen, um illegale Aufträge zu erfüllen. Dabei sind ihre Motivationen höchst unterschiedlich. Während beispielsweise der Captain des Schiffs im Grunde seine Unabhängigkeit gegenüber der Allianz erkämpfen und beibehalten möchte, hat sich ein Geschwisterpaar der Crew angeschlossen, weil sie von eben diesen verfolgt werden.
Joss Whedons dritte TV-Serienkreation nach "Buffy" und "Angel" bedient sich frei an verschiedensten Elementen vergangener Science-Fiction-Werke der letzten Jahrzehnte. Von kleinen Details - wie etwa der Rüstungen der Allianz-Soldaten, die so aussehen wie aus "Starship Troopers" - bis etwa zu ganzen Elementen, die beispielsweise aus "Cowboy Bebob" entnommen wurden, kann der Serie immer wieder vorgeworfen werden, sie hätte von hier und da geklaut. Wie bei Whedon zu erwarten besteht "Firefly" tatsächlich aus vielen Fragmenten, die aber ebenso erwartungsgemäß eine sehr reizvolle Mischung und somit ein so gut wie neues Gesamtbild ergeben. Die Machen waren beim Aufbau der neuen Welt sehr geschickt, weshalb sie stehts nachvollziehbar und dennoch faszinierend bleibt.
So sehr man das Art Design, die technische Umsetzung oder die meist guten Drehbücher loben könnte: Die eigentlichen Qualitäten zeigt die Serie bei ihren Charakteren. Whedon ist es nicht nur gelungen bis auf die letzte Hautpore passende Schauspieler zu finden, sondern mit ihnen auch Figuren zu erschaffen, die man trotz ihrer mehr oder weniger dunklen Geheimnisse schlicht symphatisch finden muss. Die Drehbuchautoren lassen die Charaktere eine wahre Achterbahnfahrt an moralischen Fragen und Konflikten durchleben, die auch unweiterlich an das Publikum weitergegeben werden. Egal wie oft in "Firefly" geschossen, in-die-Luft gejagt oder geprügelt wird: Trotz der nicht zu kurz kommenden Action stehen stehts die Figuren und ihre Entwicklung im Vordergrund. Sehr hilfreich ist da auch die ordentliche Prise Humor für den Zuschauer, auch oder gerade weil dieser mitunter sehr makaber und gemein ist. In den meisten Fällen kommt der Witz über die Dialoge, die in vielen Fällen sogar in der deutschen Sprachfassung funktionieren. Glücklicherweise wirken die Gags längst nicht so aufgesetzt wie viele aus "Buffy" oder - noch schlimmer - die meisten aus "Angel".
"Firefly" hat also ein ungewönliches, aber reizvolles Setting. Nebenbei noch eine sehr schöne Aufmachung (tolle Kameraarbeit!) und Charaktere mit Herz. Leider ereilte der Serie ein Schicksal, dass oft gute Serien trifft: Nach nur 14 Episoden wurde sie abgesetzt. Der darauf folgende Film ist dabei kein würdiger Abschluss. Nicht, weil dieser schlecht ist, im Gegenteil. Sondern weil es einfach noch so viele Dinge aufzuschlüsseln gibt, die man nicht in zwei Stunden abhandeln kann. Gerade als "Firefly" inhaltlich erst richtig Gas geben wollte, wurde vom amerikanischen Sender Fox der Schlusstrich gezogen. Gerade an dem Punkt, als man die Crew als große Familie in einem Raumschiff anerkannt hat. Wenn ich bedenke, dass ich von den 14 Episoden nur zwei schwach fand, ist mein Ärgernis darüber umso größer. Der uninspirierteste Blödsinn wird staffelweise fortgesetzt, aber solch eine Serien-Perle wird nach einer halben Staffel die Luftröhre zugedrückt. Einfach unverständlich.
Jedenfalls gilt von meiner Seite aus eine klare Empfehlung für die Serie und anschließend für den zugehörigen Film. Klar, es handelt sich hierbei um eine ungewöhnliche Mischung, aber sie hat zumindest mich überzeugt. 
In diesem Sinne: "You cant take the sky from me ..."
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