Wo ich grad so gelangweilt inner Schule sitze und eben im SH Film Frett Sunshine erwähnt hab, fällt mir auf, dass es noch keinen ... naja Sunshine Frett gibt! Also auf auf!
Habt ihr Sunshine gesehn? Falls nicht: SEHT IHN EUCH AN VERDAMMT! DAS IST EIN BEFEHL!
Zum Film selbst: Sunshine erzählt eine denkbar einfache SciFi "Die Menschheit muss die Welt retten"-Geschichte. Da die Sonne stirbt befindet sich die Erde in einem dauerhaften Winterzustand und ein Team von 8 WACKEREN Astronauten macht sich mit einer enorm großen Sprengladung ("alles spaltbare Material, was die Menschheit zusammenkratzen konnte") auf, um unserem Lieblingshimmelkörper wieder etwas Leben einzuhauchen. Es herrscht immenser Druck auf der Crew der Ikarus II, da sieben Jahre zuvor bereits ein Versuch gestartet wurde, die Sonne zu reaktivieren, aber die Crew Ikarus I aus unbekannten Gründen incl. Raumschiff und Sprengladung einfach verschwunden ist.
So. Klingt ersma nich so interessant. Allerdings entscheidet sich der Film bereits im ersten Drittel dazu, zu einem richtig bösen Thriller zu avancieren. Denn durch ein "leichtes Maleur" an Bord geht der Crew leider der Sauerstoff aus, und die Stimmung der Protagonisten wird echt mies. Da die Mission das wichtigste ist, wird beratschlagt: auf welches Crewmitglied könnte man verzichten? Aber damit nicht genug: auf ihrer Reise empfangen sie ein mysteriöses Notsignal, dass die Crew besser ignoriert hätte. Denn dieser Subplot morpht das anfängliche SciFi-Thriller-Drama in einen waschechten Horrorfilm. Und was für einen:
Freeze-Frame Bilder von schrecklichen, schmerzverzerrten Gesichtern, verstörende Störsounds, flirrende Mehrfachbilder, Flaschenbodenoptik, alles was das Herz begehrt! Ich fühlte mich leicht an Serenity - Flucht in neue Welten erinnert, der mit ähnlichen Effekten arbeitet, allerdings treibt Sunshine diese regelrecht auf die Spitze und raubt den Zuschauern, in positivem Sinne, den letzten Nerv. Das letzte Drittel ist dann (im Gegensatz zu der Meinung vieler Kritiker) bis zum Zerreißen spannend, treibend und so dramatisch, sodass der Zuschauer eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebt.
Optisch ist der Film nichts geringeres als beeindruckend. Der in übrigen SciFi Filmen recht langweilig anmutende Weltraum besticht in Sunshine durch unglaublich schöne Bilder. Vor allem Szenen im Observationsraum blenden den Zuschauer regelrecht mit tollen Bildern. Allen vorran als sich die noch gesamte Crew das Vorbeiziehen des Merkur vor der Sonne wie im Kino anschaut, ist eine jetzt schon legendäre Sequenz, die kosmische Schönheit mit menschlicher Fragilität verbindet. Allerdings vermittelt der Film, im Gegensatz zu der Weite des Weltraums, auch unglaublich gut die klaustrophobische Enge eines Raumschiffs. Vor allem als sich im letzten Drittel eine neue Bedrohung an Bord befindet, scheinen sich die Wände regelrecht auszubreiten um die Besatzung der Ikarus II zu verschlingen.
Die letzten Minuten von Sunshine sind unglaublich temporeich und dramatisch, bevor der Film interessanterweise in extrem langen und ruhigen Einstellungen sein Ende findet, damit der Zuschauer auch mal wieder aufatmen kann. Und das hat er auch nötig nach 120 Minuten Dramatik pur.
Also, Freunde! Wenn ihr den Film irgendwo rumliegen habt, oder er bei euch noch im Kino läuft oder ähnliches, dann schaut ihn euch an. KLEINER TIPP VON MIR UND SO!