So - ich habe Rule of Rose den ganzen Samstag vormittag gespielt, und hab gemischte Gefühle.
Zum einen ist es echt stimmungsvoll (irgendwie Silent Hill meets Queen Victoria), und es hat auch ein paar frische Ideen. Das Ausschnüffeln von Hinweisen und Gegenständen mit dem Vierbeiner Brown funktioniert echt gut und macht auch einige der Orientierungsschwierigkeiten wett, man muss dem Hund ja schliesslich oft nur folgen, wenn man einem Hinweis nachgeht.
Zum anderen schwächelt das Spiel leider ausgerechnet beim Kampfsystem. Die gute Jennifer ist eindeutig nicht zum Kämpfen geboren. Ihr Markenzeichen sind ungenaue weite Schläge mit diversen Nahkampfwaffen (angefangen mit einer Kuchengabel bis aktuell bei mir einem Hackebeil) von denen man nie so genau weiss, ob sie den Gegner jetzt treffen oder nicht. Und wo wir schon bei Gegnern sind - das Spiel hat es an sich euch ab und zu dutzendweise Gegner in den Weg zu stellen, gegen die sich zu stellen sinnlos ist. Die einfachen Gegner kann Brown noch in Schach halten, so dass man ohne viel Schaden zu nehmen hindurchrennen kann - schwerere Geschütze hauen auch den Vierbeiner von den Pfoten, und dann hilft nur beten, dass man nicht allzuviele Treffer einsteckt.
Heilitems liegen nur wenige herum - auch sie müssen erschnüffelt oder eingetauscht werden. Während man konkreten Hinweisen nachläuft, verleiten einem die Gegner das oft - also am besten kurz nach Zwischengegnern erstmal die grosse Hunderunde einlegen.
Das Spiel kriegt auf jeden Fall noch eine Chance. Das unverbrauchte Szenario und die vielen offenen Mysterien motivieren immer noch genug, um mit zusammengebissenen Zähnen trotz der Schwächen weiterzumachen - hoffentlich gibts auch einen würdigen Abschluss.