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Siren - New Translation

Gepostet am: 4 August, 2008 - 21:05 von ²sh¥
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Die japanische Blu-Ray-Version von "Siren: New Translation" ist über`s Wochenende bei mir eingetroffen und ich kann bestätigen: Enthalten sind sämtliche 12 Episoden, die erst nach und nach im Westen über PSN verkauft werden. Da das Spiel aus der Perspektive eines amerikanischen TV-Teams erzählt wird, sind ihre Texte allesamt auf englisch. Nicht untertitelt sind die japanischen Elemente, was auch für die Bildschirmanzeigen gilt. Ich kann zu diesem Zeitpunkt nicht sagen, wie wichtig die japanische Sprache für die Geschichte des Spiels ist, da ich bisher nur einige Sprachfetzen wahrgenommen habe. Wer sich genauso fühlen möchte wie die Protagonisten, hat hier Gelegenheit zu. Was die Texteinblendungen im Spiel betrifft, so sind sie eigentlich selbsterklärend, doch Spieler, die noch nie zuvor einen Forbidden Siren-Teil gespielt haben, könnten trotzdem Schwierigkeiten bekommen, da sich die Spielmechanik signifikant von anderen Horrorspielen unterscheidet.

Obwohl die Präsentation hervorragend und die Atmosphäre dicht ist, bin ich trotzdem noch nicht so richtig überzeugt von New Translation. Bisher habe ich nur die ersten drei Kapitel gespielt, aber die waren überraschend kurz (10 Minuten maximal). Sollten die anderen Episoden auch so kurz sein, ist es gegenüber den Vorgängern sehr enttäuschend, weil man dort sehr lange beschäftigt war. Weggefallen ist auch das komplexe Relationssystem der Levels - gespielt wird schlicht chronologisch in Kapiteln, wodurch das dramaturgisch spannende Storypuzzle der Vorgänger verloren geht. Für das Dialogdrehbuch haben die Autoren ein paar Schläge auf den Hinterkopf verdient: Die Gespräche erinnern mit ihren Flachwitzen teilweise an postmoderne Teenie-Horrorfilme, während die surreale Aura der Vorgänger bisher kaum zu spüren ist. Manche Szenen sind zudem stark von den Prequels inspiriert.
Ähnlich verwestlich ist auch das Spiel: Ich musste bisher mehr Gewalt anwenden als in den Prequels, generell hat auch die Linearität der Level und die Anzahl der Scriptereignisse zugenommen. Das Sight-Jacking ist bisher völlig automatisiert und wird eher auf ein 24-artiges Stilmittel reduziert. Der angepriesene Einbau der Havok dient wohl auch eher der Quote als dem Spiel selbst. Und: Es ist einfach nicht mehr schwer. Forbidden Siren 1 und 2 waren das Ninja Gaiden des Survival Horror-Genres: Knallhart und schwer zu meistern, aber niemals unfair und unnachvollziehbar. Wer beide Teile, vor allem den ersten, komplett geschafft hat, konnte sich zu recht auf die Schulter klopfen.

New Translation ist also eher etwas für Siren-Einsteiger und Horror-Fans, denen die PS2-Titel zu "japanisch" waren, aber trotzdem offen für neue Szenarien sind. Bei meinem Ersteindruck zeige ich mich zwar enttäuscht, aber ich habe ja noch neun Kapitel vor mir ...

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