Da gebe ich kamikatze auf jeden Fall recht. Es ist nicht so, als wären die Entwickler nicht in der Lage, dramaturgisch ausgefeilte Situationen zu entwickeln, aber es passt schlicht nicht in das Konzept der Resident Evil-Serie. Spannungsgeladene Situationen sind in jedem Fall drin, aber sobald es zum zwischenmenschliche Dinge geht, kommt RE in den allerwenigsten Fällen über die comichafte Darstellung von Coolness, Kumpelhaftigkeit oder oberflächlichen Nacherzählungen vergangener Ereignisse hinaus.
RE4 ist eines der besten Beispiele. Mein Gott, was war das erste Drittel spannend! Da dachte ich auch noch, dass die Entwickler sich da etwas neues haben einfallen lassen und das sich die Charaktere auch entsprechend entwickeln, aber schnell ist das Spiel wieder in sein altes Konzept zurückgefallen. Die anderen zwei Drittel fand ich zwar gut zu spielen, aber inhaltlich total langweilig.
Ob Silent Hill nach dem kafkaesken vierten Teil es schafft die Dramatik des zweiten wiederzugewinnen, halte ich für fraglich, aber hoffenswert. Anmerken sollte man allerdings, das die Silent Hill-Serie längst nicht die einzige mehr aus dem Horrorgenre ist, die gute Charaktere und storytechnische Meta-Ebenen bereithält. Ein Beispiel, dass ich jetzt durchgespielt habe, war "Condemned", was zwar niemanden traurig machen wird, mich aber nach dem durchspielen allerdings durchaus ... ja, fast entsetzt zurückgelassen hat. Aber ich bewege mich vom Thema weg 