Dir gefallen Filme wie „Necronomicon“? Oder Bücher wie H. P. Lovecraft’s Chtulhu-Zyklus? Dann bist du hier genau richtig. Infogrames setzt mit „Alone in the Dark“ 1992 neue Maßstäbe im Bereich Videospiele Horror und erfindet ein Genre neu.

Das riesige Anwesen Dercero steht seit dem Selbstmord seines Besitzer’s leer. Emily Hartwood erbte die Villa von ihrem Onkel, vermutet aber das sich hinter dem scheinbar grundlosen Ableben ihres Verwandten mehr verbirgt als nur ein einfacher Selbstmord. Sie engagiert den rauhbeinigen Privatdetektiv Edward Carnby, und lässt ihn die Sache untersuchen. Oder eher gesagt ein altes Klavier auf dem Dachboden der Villa. Genau da wird die Sache interessant. Kaum auf dem Dachboden angekommen, springt uns ein Monster durch ein geschlossenes Fenster an und ein Zombie taucht unerwartet aus einer Falltür auf. Das in diesem Haus etwas nicht stimmt scheint Edward wohl jetzt klar zu sein, und er beschließt sich durch das Haus bis draußen durchzukämpfen.

Aber dies war nur die halbe Wahrheit. Man kann, wenn man möchte, auch auf Edward Carnby verzichten und Dercero Mansion mit Emily Hartwood durchforsten. Das Spiel oder gar die Hintergrundgeschichte ändert sich leider dadurch nicht. Da überwiegend männliche Spieler sich für unseren Herrn Carnby entschieden, fiel diese Entscheidungsmöglichkeit bis zum vierten Teil weg.

Das Gameplay besteht ungefähr zu gleichen Teilen aus Rätseln und Action. Die Rätsel sind leider zum Teil ein wenig einfach, dafür aber konsequent logisch aufgebaut und wirken überhaupt nicht aufgesetzt. Zu dem teilweise recht einfachen Rätselpart gesellt sich ein mittelmäßig bis schwerer Actionpart. Gekämpft wird mit allen gängigen Schießprügeln (Pistole, Schrotflinte… etc.) aber es fliegen auch Fäuste und Tritte wenn einem die Munition ausgeht. Die Hintergrundgeschichte wird hauptsächlich durch Briefe und Bücher erklärt die man im Spielverlauf recht häufig findet.
Alone in the Dark verbindet Pixel- und Vektorgrafik perfekt. Damals war dies revolutionär, denn „wirkliche“ 3D-Grafik gab es noch nicht. Aus Vektoren bestehende Charaktere bewegten sich vor detailreichen, von Hand gezeichneten, Hintergründen. Diese Kombination brachte zusammen mit der völlig freien Bewegbarkeit in einem dreidimensionalen Raum einen erstmaligen Hauch von Virtual Reality auf den Bildschirm. Man steuert den jeweiligen Protagonisten durch die Hintergründe die sich immer dann ändern wenn man sich aus dem aktuellen Bild entfernt. Dies ist ähnlich wie in klassischen „Point and Click“ Adventures, wobei sich Infogrames jedoch eher an aus Filmen bekannten Kamerapositionen gehalten hat.

 

Die Steuerung ist ähnlich revolutionär. Nur aus 7 Tasten bestehend erfreuten sich die Spieler an einer Kinderleichten Handhabung. Der Sound des Spiels ist zum Glück natürlich auch nicht zu kurz gekommen. Soundeffekte sind gut gelungen und mit einer Musikuntermalung von Haydn oder Chopin wurde eine schöne Atmosphäre geschaffen die seinesgleichen sucht.

Alone In The Dark
Großer Klassiker und Wegbereiter des und für das Survival Horror-Genere, das sich in Sachen Atmosphäre auch heute noch gut hält.
audiovisuelle Präsentation9
Realisierung der Spielmechanik8
inhaltliche Gestaltung und dramaturgische Aufbereitung9
8.7Gesamtwertung
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