In Japan ist „Dino Stalker“ unter dem Namen „Gun Survivor 3“ erschienen und ist daher auch der offizielle dritte Teil der Lightgun-Serie, die mit zwei Resident Evil-Ablegern begann. Da aber hierzulande die Survivor-Spiele nicht gerade den besten Ruf haben, entschied sich CAPCOM dazu, den Titel kurzerhand umzubenennen. So oder so: Bereits auf den ersten Blick machen sich die Gemeinsamkeiten mit den Prequels sofort bemerkbar. Zum Glück nicht, was deren Qualität betrifft.

Mike Wired ist ein amerikanischer Pilot im zweiten Weltkrieg, der während eines wilden Luftkampfs abgeschossen wird und daher gezwungen ist, den Schleudersitz zu benutzen und sich mit dem Fallschirm in den Atlantik fallen zu lassen. Während er aber dem Wasser entgegenschwebt, fliegt ein gegnerischer Bomber auf Mike zu, schiesst … und ehe die Kugeln ihn erreichen, umhüllt unseren Helden ein weisses Licht und er befindet sich auf einer in einer seltsamen Welt wieder. Noch mit dem Fallschirm in der Luft, greifen ihn sofort fliegende Dinosaurier an. Urplötzlich beamt sich auch eine grosse Schusswaffe in seine Hand, die er auch sofort gegen die Dinos richtet.

Schiess dir deinen eigenen Weg frei!

Nach der Einführung in die etwas merkwürdige Geschichte von „Dino Stalker“ schlüpfen wir in die Rolle des Ami-Piloten und ballern uns durch sechs unterschiedlich gestaltete, aber recht einfach und kurze Abschnitte. Dabei bleibt das Programm dem Gameplay-Prinzip der beiden Vorgänger treu: Im Gegensatz zu anderen Lightgun-Shootern bewegt sich der Spieler nicht auf vorgegebenen Bahnen durch die Levels, sondern kann sich mit Hilfe des Steuerkreuzes frei durch die Gegend bewegen; jedenfalls ist dies in drei von den sechs Leveln möglich. Die frei begehbaren Umgebungen sind aber dennoch sehr linear. Ein Radar zeigt nicht nur die umliegenden Gegner, sondern auch die Richtung an, in der wir uns fortbewegen müssen. Zudem treibt ein Timelimit uns voran, dass man nur wieder aufwerten kann, indem man blaue oder violette Kristalle einsammelt. Blaue bringen ein plus von 30 Sekunden, violette gerade mal ein zehntel davon. Überhaupt sind überall in den Levels zahlreiche Items verteilt, die Lebensenergie oder neue Waffen oder Projektile bringen. Noch zahlreicher als die Items sind selbstverständlich die Feinde. Davon tauchen quasi ständig welche auf, manchmal wird man auch von bis zu 10 Viechern gleichzeitg überrannt. Und das zu Wasser, zu Lande und in der Luft.

Fast wie Instant-Nudeln: Lecker, aber schnell gegessen.

Spielerisch geht „Dino Stalker“ wie bereits erwähnt denselben innovativen Weg wie seine Vorgänger, macht dabei aber zum Glück nicht ganz so viele Fehler. Schnell entsteht durch die Vielzahl der Waffen und die schnellen und teilweise sehr grossen Dinosaurier eine astreine Instant-Ballerei, wie es sich für einen Lightgun-Shooter gehört. Das Rumlaufen bringt dem ganzen zwar noch etwas mehr Interaktivität hinein, steuert sich aber noch ein wenig zu umständlich, vor allem über den Standard-Controller. Leider fehlen im Gegensatz zu den „RE-Survivor“-Titeln die Rätsel komplett, was die Möglichkeit frei durch die Gegend zu dackeln nach einer Zeit doch recht uninteressant macht. Die Szenen, bei denen die Bahn automatisch vorgegeben ist, sind jedoch für einen Lightgun-Shooter schön und actionreich gemacht, beispielsweise ist eine Flucht vor einem Tyrannosaurus Rex mit einem Jeep furios inzeniert. Ein witziges Gimmick: Nahezu jeder Baum, jeder Gegenstand oder jeder Felsen lassen sich mit genug Waffenpower vom Bildschirm pusten. Netterweise sind dahinter auch nicht selten nützliche Items verborgen.
So viel Spass die Schiesserei auch macht, so schnell ist dieser aber auch leider vorbei. Nach schlappen 2 Stunden hat der Lightgun-Profi bereits alles gesehen und findet nur noch erneuten Anreiz durch freischaltbare Modi und Kostüme.

Die Präsentation bzw. die Technik ist weitesgehend durchwachsen. Die Grafik sieht ganz ordentlich aus, lässt aber gute Texturen vermissen, ist manchmal etwas zu detailarm und leidet stellenweise unter nervigem Kantenflimmern. Dafür huscht die Optik pfeilschnell über den Schirm ohne auch nur im geringstem zu Ruckeln. Auch die Figuren sind ganz ordentlich modelliert und bewegen sich auch ganz ansehnlich. Die Rendervideos, die die Geschichte weitererzählen, sind wie von CAPCOM gewohnt, in einer guten Qualität.
Bei dem Sound steckt auch nicht unbedingt die meiste Mühe dahinter. Die Musik ist in einigen Levels unterstützend und gelungen, in anderen hingegen völlig belanglos Die Soundeffekte klingen wuchtig, variieren aber leider nicht oft genug, so dass man nach mind. einer Stunde die Klänge satt hat.

Dino Stalker
Der beste Teil aus der Gun Survivor-Reihe ist trotz unterhaltsamer Sequenzen immer noch kein rundum gutes Spiel geworden. Lightgun-Fans dürfen aber trotzdem einen Blick riskieren.
audiovisuelle Präsentation5
Realisierung der Spielmechanik6
inhaltliche Gestaltung und dramaturgische Aufbereitung5.5
5.5Gesamtwertung
Leserwertung: (0 Votes)
0.0