Grösser, härter, schneller. So lautete wohl das Motto der findigen Capcom Angestellten als sie das Konzept für den Nachfolger des Survival-Horror Hits von 1996 entwarfen. Nachdem „Resident Evil“ für die Playstation raus kam und Mega erfolgreich wurde, war für die Entwickler klar, dass es einen Nachfolger geben musste. Größer, härter und schneller sind ja schon mal gute Vorsätze für einen Nachfolger… Aber auch besser? Wir werden sehen.

Kurze Zeit nach den Ereignissen von Resident Evil, bricht erneut ein Virus aus. Diesmal ist es der von Dr. William Birkin entwickelte G-Virus. Als Dr. Birkin von einer Spezialeinheit der Umbrella Corporation niedergeschossen wird, injiziert er sich seine teuflische Erfindung selbst, und mutiert zu einem Monster für das es kein Problem war die Spezialeinheit in kürzester Zeit zu töten. Währendessen zertrat das Monster die Behälter in denen der Neuentwickelte G-Virus schlummerte. Der Virus verbreitete sich durch die Ratten in der Kanalisation in komplett Racoon City, und die ganze Stadt wird ausnahmslos verseucht. Was für ein Glück das kurze Zeit später die beiden Protagonisten des Spiels aufeinander treffen.
Zum einen Claire Redfield, eine sehr mutige, attraktive und alles andere als zimperliche Studentin. Außerdem ist sie die Schwester von Chris Redfield, den man schon im ersten Teil spielte. Chris ist auch der Grund warum sie nach Racoon City kommt.
Zum anderen der junge Polizist Leon Kennedy, der gerade erst seinen Dienst im Racoon City Police Department antreten möchte.
Zwei verschiedene Protagonisten – zwei verschiedene Intro’s. In den beiden Intro’s wird aus den Perspektiven beider Charaktere der Anfang und das Zusammentreffen geschildert.

Von guten und schlechten Entscheidungen

Eine der besten Entscheidungen für den Nachfolger war, das Capcom die Ingame Videos nicht mehr so wie im ersten Teil mit echten Schauspielern drehte, sondern komplett Computeranimiert hat. Leider wirkt das Spiel dadurch ein wenig (Manga) Comic mäßig. Aber wenn man sich beide Intro’s angesehen hat, weiß man das Capcom sich niemals hätte leisten können die Zwischensequenzen mit so einem Aufwand zu drehen.

„Resident Evil 2“ benutzt eine überarbeitete Version der Grafik-engine vom ersten Teil. Er sieht auf den ersten Blick fast genauso aus, fühlt sich genauso an und spielt sich auch genauso wie der erste Teil. „Resident Evil“ Spieler fühlen sich also sofort wie zuhause. Dennoch bietet der Nachfolger dort viel Neues. Höher aufgelöste Hintergründe, besser texturierte und mit mehr Polygonen versehene Figuren, aufwendigere Grafik Effekte, geschmeidigere und viel abwechslungsreichere Animationen und vor allem: mehr Gegnertypen. Das ist auch wichtig, denn anders als im Vorgänger wurde in „Resident Evil 2“ das Hauptaugenmerk auf die Action anstatt auf die Rätsel gelegt. Das soll aber nicht heißen das die Rätsel einfacher oder qualitativ minderwertiger wären als die im Vorgänger. Steuerungstechnisch hat sich zum Glück nichts verändert, Musik und Sprachausgabe sind von derselben guten Qualität wie im ersten Teil und das Gameplay ist auch genauso klassisch geblieben und kann überzeugen. Außerdem ist „Resident Evil 2“ viel abwechslungsreicher. Das merkt man nicht nur an den vielen verschiedenen Schauplätzen mit denen das Spiel aufwarten kann, sondern auch an den verschiedenen Charakteren die vorkommen, und an der größeren Anzahl Waffen, die jetzt auch aufgerüstet werden kann.

Die Atmosphäre ist wieder einmal wunderbar gelungen. Wie der erste Teil, spielt auch „Resident Evil 2“ mit Urängsten. Nicht selten kommt es vor das man sich erschreckt wenn z.b. Zombiehände von außen durch ein von innen vernageltes Fenster greifen. Nur leider kommen solche Schockeffekte nicht besonders oft vor. Aber die gruselige Musik unterstreicht das ganze noch mal fabelhaft. Vor allem wenn sie sich zu einer schnellen, hektischen Musik verändert wenn man angegriffen wird.

Resident Evil 2
Sehr guter Nachfolger zum Kultklassiker, der an manchen Stellen viel Action gegen Gruselatmosphäre tauscht. Das ist eine Spur zuviel des Guten.
audiovisuelle Präsentation8
Realisierung der Spielmechanik8
inhaltliche Gestaltung und dramaturgische Aufbereitung9
8.3Gesamtwertung
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